Buchvorstellung: Die Insel der besonderen Kinder




So meine Liebe, ich hab da mal was vorbereitet... ;)
Nach meiner letzten Buchvorstellung ist mir aufgefallen, dass ich doch ziemlich viele Bücher gelesen habe, die interessant oder irgendwie erwähnenswert sind. Um ein bisschen mehr diese Kategorie zu füllen, habe ich deswegen gleich in einem Rutsch die Bilder für 3 Posts geschossen, die nach und nach am 4. Freitag des Monats folgen werden :) Ich hoffe, dir gefällt diese neue Regelmäßigkeit!

1. Inhalt

Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Nicht so der Opa von Jacob - Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben. Und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Geschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es diesen besonderen Ort wirklich gibt. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und folgen ihm auf seiner Suche nach der Insel der besonderen Kinder…

2. Aufbau

Auf Deutsch hat das Buch ca 272 Seiten und wird komplett aus der Sicht von Jacob erzählt. Ransom Riggs, der Autor, hat sich eine dreiteilige Geschichte überlegt, deren Verfilmung im November in die Kinos kommt.

3. Was das Buch so lesenswert macht

Mein liebster Punkt bei diesen Posts! Ich finde es echt schön, dir zu berichten was mich an den Büchern so fasziniert!

Die Insel der besonderen Kinder macht es mir hier aber auch richtig einfach, denn da gibt es neben der Story noch so einige Besonderheiten! Als erstes möchte ich erwähnen, dass ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, weil es von Tim Burton verfilmt wird und ich den Trailer unfassbar cool finde! Ein Kumpel, der mir das Buch dann auch zum Lesen gegeben hat, hat ihn mir gezeigt und gleich darauf erwähnt, dass es auf einem Buch basiert. Vom Cover her hätte ich nicht die geringste Lust gehabt es zu lesen (hier nochmal in Farbe), weil es irgendwie nach... ich weiß nicht... kennt jemand den Horrorfilm "Das Dorf der verdammten" aus den 90igern? Das Cover sah gruselig und trashig aus. Aber ich bin echt froh, es trotzdem gelesen zu haben! Kommen wir zu den Gründen dafür!

Grund Nummer 1: Die Verfilmung.
Dass das Buch verfilmt wird, ist einfach für mich ein sehr toller Anreiz, sich vorher nochmal richtig intensiv mit einem Buch zu beschäftigen. Dazu sieht der Trailer auch noch extrem vielversprechend aus - kleiner Hinweis an dieser Stelle: Wer das Buch gelesen hat wird merken, dass ein paar wichtige Elemente definitiv anders sein werden. Ich kann jedem nur empfehlen, beides nicht so eng verknüpft zu sehen, denn es wird Änderungen geben, die in meinem Fall aber nur noch mehr Lust auf den Film und das Buch machen. Es ist eine Gratwanderung und nicht jede Verfilmung finde ich gut - aber hier könnte beides ein echtes Highlight werden! Es wird mehr auf einige Kinder eingegangen, die im Buch manchmal nicht mehr als ein-zwei Sätze haben und ich finde das einfach großartig :)

Grund Nummer 2: Jacobs Charakterdarstellung
Für mich ist es sehr sehr wichtig, dass Charaktere authentisch sind. Wenn ich einen Liebesroman lese, ist mir das allerdings nicht ganz so wichtig ;) Jacob allerdings ist ein Junge, der seinem Opa immer die wildesten Geschichten geglaubt hat. Er war ein typisches Kind, dass zu ihm aufgesehen hat, weil seine Eltern auch nicht gerade Paradebeispiele als Vorbilder sind. Mit den Jahren stellt sich allerdings heraus, dass sein Opa selbst keine leichte Kindheit hatte. Aufgewachsen während des zweiten Weltkriegs verließ er seine Familie mit einem der "Kindertransporte" Richtung Wales in ein Waisenhaus, welches kurz darauf zerbombt wurde. All die Geschichten, wie Jacob auf die harte Tour lernen musste, waren nichts als der Versuch eines alten Mannes, seine Vergangenheit besser zu verarbeiten.
Entgegen meiner Erwartung war Jacob aber kein Junge, der kurz traurig darüber ist dass keine von den schönen Geschichten wahr ist (oder erleichtert darüber, dass auch keine von den alptraumhaften Geschichten wahr ist) und dann weiter macht. Aber er ist auch keiner der Helden, die entgegen aller Aussagen dem alten Mann glaubt und so eine magische Welt entdeckt. In Wahrheit ist er verwirrt und schafft es erst viel, viel später, der Realität einigermaßen ins Auge zu blicken - zu dem Zeitpunkt, an dem das Buch ansetzt, hat er schon viel hinter sich.

Grund Nummer 3: Der Opa
Man fiebert mit ihm, man will ihm glauben - und dann denkt man sich doch wieder "Ohhhh Abe, was hast du nur angestellt?" Während Jacob der Erzähler ist, bleibt sein Opa Abraham ganz klar im Zentrum der Geschichte. Alles dreht sich um ihn, selbst nach seinem Ableben direkt am Anfang der Geschichte. Man fragt sich bis zu einem bestimmten Punkt immer wieder, welcher Teil von Abes Geschichten erfunden ist, welcher wahr und warum einem so liebenswerten Menschen so schlimme Dinge geschehen konnten. Doch war er wirklich so ein lieber Mensch? Auf den Spuren des Großvaters zu wandeln wird von einer rein gedanklichen Reise zu einer realen Odyssee, gespickt mit den Hinweisen aus Abes letzten Worten an seinen Enkel bevor er stirbt. Für mich ist die Geschichte um diesen Charakter so gut und feinfühlig gestrickt, dass ich mich immer wieder fragte: Ist das Buch nun ein Fantasy-Roman oder doch eher historisches Familiendrama? Ich als Leser habe ihn am Anfang bemitleidet, dann bewundert, hielt ihn für einen schlechten Vater und Ehemann, bevor er wieder ein Held wurde. Abe zeigt für mich, wie vielschichtig Menschen sind und wie wenig wir doch über andere wissen. Was für den einen ein Zeichen von Schwäche oder Betrug ist, war vielleicht ein Akt der reinen Liebe, Pflichtgefühl oder Beschützerinstinkt. Dadurch bekommt diese Reihe nochmal eine ungewohnte Tiefe, ohne langatmig erzählt zu sein.

Grund Nummer 4: Die Bilder der Waisenkinder
Um Jacob von der Wahrheit seiner Erzählungen zu überzeugen, zeigt Abe ihm irgendwann Fotos. Das coole an der Sache ist, dass alle Fotos die besonderen Kinder zeigen und tatsächlich gedruckt wurden! Alle Bilder, die in diesem Buch vorkommen, waren gesponsert aus meist privaten Sammlungen und wurden nur minimal bearbeitet. Als ich das erste Bild gesehen habe, war ich total überrascht und wirklich verwirrt - aber es folgen im Laufe des Buches immer mehr "Beweise", denn Riggs hat jedes Mal, wenn ein Brief oder ein Bild erwähnt wird, diese real eingebracht. Hier sieht man eine unheimliche Liebe zum Detail! Auch, wenn die Bilder irgendwie unheimlich sind...

Hinterkopf-Clown

Photoshop? Gabs zur  Zeit dieser Aufnahme noch nicht!

Das gruselige Cover-Mädchen
FAZIT:
Obwohl ich zuerst dachte, das der Trailer viel von der Geschichte verrät, ist das Buch in einem ganz anderen Ton gehalten und macht beides für mich komplett eigenständig. Etwa wie das Märchen von Rapunzel und die Disneyversion davon ;) Das Buch ist feinfühlig und hat so viele tolle Eigenschaften, dass ich es nur wärmstens empfehlen kann :) Ich hoffe, dass ich dir hier nicht zu viel verraten sondern wirklich Bock aufs lesen gemacht habe - üblicher Weise bin ich entweder Ganz oder gar nicht überzeugt, aber dieses Buch hat mich Stück für Stück eingesogen. Besonders die Story hinter Abe hat mich total berührt und ich bin gespannt auf die anderen Teile!

Hast du das Buch schon gelesen? Hast du vielleicht sogar ganz andere Gedanken dazu gehabt? Ich würde mich freuen von dir zu lesen!
Liebste Grüße,
Nessa
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